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Der Eiweiß StoffwechselAminosäuren optimal nutzen

Verschiedene Nahrungsmittel: Eiweiß Stoffwechsel

Unser Körper besteht zu ca. 20% aus Eiweiß – eine beträchtliche Menge! Wie läuft im Wesentlichen der Eiweiß Stoffwechsel ab?
Die mehr als 50.000 verschiedenen Eiweißstoffe werden aus Aminosäuren gebildet, die zum Teil vom Körper selbst hergestellt werden bzw. über die Nahrung aufgenommen werden müssen (essentielle Aminosäuren). Die tägliche und regelmäßige Zufuhr von Aminosäuren, insbesondere der essentiellen, ist lebensnotwendig. Sie werden vom Körper nicht gespeichert, müssen aber zur optimalen Funktion des Körpers, der Regeneration und Bildung von Zellen jeglicher Art, Synthese von Hormonen und Enzymen und vielem mehr zur Verfügung stehen. Mehr zur Bedeutung der Aminosäuren.

Eiweiß- und Aminosäuren Aufnahme

Über die Nahrung werden Aminosäuren über den Eiweißanteil eines Nahrungsmittels aufgenommen. Jedes Nahrungsmittel liefert dabei unterschiedliche Mengen und Kombinationen von Aminosäuren. Dies ist bedeutend, da sich daraus die Wertigkeit eines Eiweißes für den menschlichen Körper ergibt. Mehr dazu später. Sinnvoll ist daher eine kombinierte und abwechslungsreiche Eiweißzufuhr über verschiedene Nahrungsproteine oder besser noch eine gezielte Zufuhr essentieller Aminosäuren über die richtige Nahrungsergänzung, bei der genau die nötige Kombination vorliegt.

Die Eiweißverdauung beginnt nicht im Mund, dort werden Eiweiße vor allem zerkleinert. Die folgende Eiweißverstoffwechselung im Magen und Darm benötigt eine Menge an entsprechenden Gegebenheiten, damit diese optimal ablaufen kann.

Dazu zählt vor allem eine starke Magensäure und das Vorhandensein der eiweißspaltenden Enzyme, deren Aktivität wiederum an einen entsprechenden pH-Wert gebunden sind. Sind diese Umstände nicht gegeben, erfolgt die Eiweißverdauung nur mangelhaft. Da Enzyme auch aus Aminosäuren aufgebaut werden, kann sich hier ein Teufelskreis aus Aminosäurenmangel und Enzymmangel ergeben. Eine ungenügende Verdauungskraft kann daher eine Ursache für einen Mangel an Aminosäuren im Körper darstellen.

Übrigens: Wird Eiweiß gegessen, sorgt das für eine Ausschüttung des Glucagons, einem Hormon, das als Gegenspieler des Insulin bezeichnet werden kann. Es sorgt dafür, dass eingespeichertes Glykogen wieder in Glukose umgewandelt wird und sorgt so für einen stabileren Blutzuckerspiegel. Wird zu jeder Mahlzeit Eiweiß gegessen, wirkt dies Blutzuckerschwankungen entgegen und unterstützt die Regulation einer entgleisten Stoffwechsellage.

Sind Nahrungseiweiße im Verdauungstrakt erfolgreich in freie Aminosäuren zerlegt worden, gelangen sie über den Darm in den Blutkreislauf und bilden in den Zellen den sogenannten Aminosäuren-Pool. Auch die durch den Abbau von körpereigenen Substanzen und Zellen frei werdenden Aminosäuren gelangen in den Aminosäuren-Pool. Aminosäuren können nicht, wie beispielsweise Fette und Kohlenhydrate, im Körper als Reserve gespeichert werden. Fehlen über einen bestimmten Zeitraum die nötigen Aminosäuren, werden Körperstrukturen abgebaut, bzw. nicht neu gebildet!

Essentielle Aminosäuren können in verschiedenste nicht-essentielle Aminosäuren umgebaut werden. Der umfangreiche Prozess des Aminosäurenstoffwechsels, also der Auf- Ab- und Umbau von einzelnen Aminosäuren ist sehr kompex und kompliziert. Der Großteil des Eiweißstoffwechsels läuft dabei übrigens in der Leber ab.

In den Zellen werden an den Ribosomen entsprechend des genetischen Codes sämtliche benötigte Proteine aus einzelnen Aminosäuren synthetisiert. Für den Aufbau der Eiweiße werden die proteinogenen Aminosäuren benötigt, wozu auch die acht essentiellen Aminosäuren gehören. Dies ist der anabole Stoffwechsel: der Aufbau körpereigenen Eiweißes aus Aminosäuren.

Der Teil des Nahrungseiweißes, der anabol verstoffwechselt wird, liefert keine Energie und keine Stoffwechselendprodukte, sondern baut körpereigenes Eiweiß auf

Der menschliche Körper benötigt für den Aufbau des körpereigenen Eiweißes dabei genau die Aminosäuren entsprechend des eigenen Eiweiß-Musters, und zwar zur gleichen Zeit! Nur, wenn diese Aminosäuren in den richtigen Mengen aus der Nahrungszufuhr bzw. im Pool vorliegen, kann eine Synthese stattfinden. Im Pool werden Aminosäuren nur für einige Stunden gespeichert. Können sie in dieser Zeit nicht anabol genutzt werden, wird der übrige Teil katabol verstoffwechselt.
Aus diesen Faktoren zusammen mit den entstehenden Stoffwechselendprodukten ergibt sich die Bewertung von Eiweißen. Dazu unter Biologische Wertigkeit mehr.

Der Abbau von Eiweißen / Aminosäuren Energiegewinnung

Der Anteil eines Nahrungseiweißes, der nicht für den anabolen Stoffwechsel – also den Aufbau körpereigenen Proteins – genutz werden kann, wird zur Energiegewinnung genutzt und abgebaut. Je niedriger der anabole Anteil eines Eiweißes, umso höher ist der Anteil, der katabol verstoffwechselt wird.

Der Anteil des Eiweißes, der katabol genutzt wird, ist derjenige, der Energie (kcal) liefert, Stoffwechselendprodukte erzeugt, aber kein körpereigenes Eiweiß aufbaut. Es gibt daher keine feste Energiemenge, die ein Nahrungseiweiß liefert. Je höher die Menge der Aminosäuren in einem Protein, die dem anabolen Stoffwechelweg folgen, umso geringer ist die Menge an Kalorien, die dieses Eweiß liefert.

Alle gewöhnlichen Nahrungseiweiße haben einen nicht unbedeutenden Anteil, der für den katabolen Stoffwechsel genutzt wird. Nahrungseiweiß liefert darum auch Energie, und macht besonders lange satt. Dennoch ist es nicht empfehlenswert, den nötigen Kalorienbedarf über größere Mengen an Eiweiß zu decken, denn der Katabolismus belastet die Verdauungsorgane, verbraucht eine Menge an Enzymen und hat unerwünschte Nebeneffekte:

Die Stoffwechselendprodukte bei der Energiegewinnung

Beim Abbau des Eiweißes entstehen Stoffwechselendprodukte, die den Körper und vor allem die Leber und die Nieren belasten. Soll eine Aminosäure im Energiestoffwechsel abgebaut werden, muss zuvor die sogenannte Aminogruppe abgespalten werden. Diese ist stickstoffhaltig und zunächst entsteht dabei Ammoniak. Das stark giftige Ammoniak wird nun in der Leber unter hohem Energieaufwand zu Harnstoff umgewandelt. Dabei wird rund ein Viertel der Energie, die der Eiweiß-katabolismus liefert, bereits wieder verbraucht.

Der beim Abbau von Aminosäuren entstehende Stickstoff wird in den Harnstoffzyklus eingeschleust und als Harnstoff über die Nieren ausgeschieden.

Menschen, die z. B. aus gesundheitlichen Gründen eine unzureichend funktionierende Leber und Niere haben, bekommen schnell Probleme mit dem Eiweißstoffwechsel, da die Stoffwechselendprodukte nicht optimal entgiftet und ausgeschieden werden.

Lies direkt weiter, wie sich aus diesen Faktoren die Biologische Wertigkeit ergibt.

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